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Anlaufmanagement 2.0 – nach Corona den Anlauf meistern

7. August 2020 | Lesedauer 7 min

In vielen Fabriken weltweit ist das Anlaufmanagement nach dem coronabedingten Shutdown eine große Herausforderung. Als Anlaufmanagement bezeichnet man im Betrieb von Maschinen und Anlagen die Phase zwischen dem Aufbau der Anlage und dem Start beziehungsweise bei einem Produktionsstopp vor der Wiederaufnahme der Produktion. Viele Unternehmen aus der Industrie fuhren ihre Produktion drastisch herunter oder stellten sie sogar ganz ein. Dies war mit Herausforderungen verbunden: Für diesen harten Schnitt und den darauffolgenden Restart waren die Erstellung und die Implementierung neuer Sicherheitsprotokolle nötig. In dem komplexen Automotive-Bereich, der technologisch hochanspruchsvolle Maschinen und zahlreiche Zulieferer involviert, wird das Dilemma noch verstärkt. Die Produktionslinien sind unter anderem abhängig von der Logistik der Lieferketten. Treffen Teile verspätet ein oder passt vor Ort die Abstimmung nicht, kann auch die Gesamtproduktion zum Erliegen kommen. Da sowohl Shutdown als auch Wiederaufnahme des Betriebs die Ausführung einer ausgedehnten und komplexen Liste an Schritten erfordern, ist eine perfekte Organisation besonders wichtig.

Anlaufmanagement: Herausforderungen nach Corona

Für das Anlaufmanagement ist die Unberechenbarkeit einer globalen Pandemie ein Worst-Case-Szenario. Stillstand ist gleichbedeutend mit Rückschritt und finanziellen Verlusten. Um die Rückkehr in die Produktion möglichst zuverlässig gestalten zu können, sind detaillierte Pläne und Abstimmungen mit Partnern vonnöten. Durch die international sehr verschieden gehandhabten Regelungen hinsichtlich COVID-19 sind gerade Hersteller und Zulieferer, die auf ein internationales Netz an Partnern vertrauen, in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt.

Auch am eigenen Produktionsstandort gibt es vor dem Restart einiges zu beachten. Die in das Anlaufmanagement involvierten Prozesse können aufgrund zahlreicher abzuarbeitender Checklisten und Protokolle mitsamt Freigaben und Abnahmen dutzende Mitarbeiter involvieren. Es muss festgelegt werden, welche Maschinen und Anlagen in welchem Umfang zu welchem Zeitpunkt wieder freigegeben werden können. Neben dem Status der durch Zulieferer bereitgestellten Teile kann es hier zudem notwendig sein, bestehende Hygienekonzepte anzupassen.

Wie das Anlaufmanagement gelingt

Es ist wahrscheinlich, dass das Anlaufmanagement sich einer von der Pandemie geprägten Industrie anpassen müssen wird. Gleichzeitig bietet die aktuelle Lage Unternehmen die Chance, bestehende Prozesse vor einem neuen Hintergrund zu betrachten. In diesem Rahmen können Anpassungen vorgenommen werden, die sowohl die Qualität als auch die Geschwindigkeit des Anlaufmanagements erhöhen. Drei Punkte sind hier von besonderer Bedeutung.

Digitale Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg – das gilt auch, wenn es um die Wiederaufnahme des Betriebs geht. Mithilfe einer Softwarelösung können zum Beispiel im Produktionsanlauf detailliert Auffälligkeiten an den Maschinen und Anlagen dokumentiert sowie an die richtigen Stellen weitergeleitet werden.

Die Freigabe von verschiedenen Anlagenabschnitten kann mittlerweile weitestgehend virtuell erfolgen. Offene Punkte werden nicht mehr in Excel-Listen händisch erfasst, sondern gleich digital in wenigen Schritten beschrieben und zur Abarbeitung zugewiesen. Diese Bündelung und Bindung der Kommunikation an unmittelbar betroffene Stationen, Maschinen und Komponenten ermöglicht so einen wesentlich schlankeren und schnelleren Austausch unter den Beteiligten.

Das Anlaufmanagement ist hochkomplex und umfasst als Vorbereitung für die Inbetriebnahme hunderte verschiedene Prozesse und einzelne Arbeitsschritte, die unter anderem in Checklisten erfasst werden müssen. Ziel dieser umfangreichen Kontrollen ist es, sicherzustellen, dass alle Arbeitsschritte in einem reibungslosen Ablauf problemfrei ineinandergreifen und somit die entsprechende Taktzeit in der Gesamtproduktion erreicht werden kann. Hier besteht die Möglichkeit, durch einen virtualisierten, intelligenten Hallenplan die Übersichtlichkeit der Arbeitsschritte und Freigaben und in diesem Rahmen auch die Darstellung des Anlauffortschritts zu erhöhen. Offene Punkte können gleich erkannt und deren Lösung wesentlich gezielter gesteuert werden.

Bisher war das Dokumentenmanagement vor Ort auf dem Shopfloor geprägt von endlosen Checklisten und Excel-Files. Hier eine transparentere Statuserfassung zu erreichen scheint ohne die Einführung digitaler Tools und der dafür notwendigen Hardware kaum möglich. Wenn jedoch der erfasste Mangel oder die abgeschlossene Tätigkeit gleich digital erfasst wird, spart man sich viele Arbeitsschritte. Das Anlaufmanagement mit Smartphones oder Tablets zu erfassen führt letztendlich nicht nur dazu, dass die unbeliebte Zettelwirtschaft aufhört, sondern ermöglicht auch das Fahren von Auswertungen und Echtzeit-Reportings mit nur einem Klick – unabhängig von der Größe der Produktionslinie.

Neue Wege der Kommunikation und eine verbesserte Übersichtlichkeit sowie die Nutzung digitaler Tools führen schlussendlich dazu, dass Maßnahmen und Tätigkeiten rund um das Anlaufmanagement besser und schneller ausgeführt werden können. Auf diese Weise ist es möglich, durch eine Straffung, Modernisierung und Vereinfachung des Anlaufmanagements einen Mehrwert für das gesamte Unternehmen zu erzielen.

Wie COMAN beim Anlaufmanagement helfen kann

COMAN hilft beim Anlaufmanagement nach Corona durch seine detaillierten funktionellen Möglichkeiten. Eigentlich als Aufbau-Monitoring-Tool entwickelt, ist die COMAN-Software ein Datenhub. Dieser sammelt auch in der Anlaufphase unentwegt alle relevanten Daten aus den verwendeten Anwendungen ein und stellt sie den beteiligten Akteuren zur Verfügung.

Während die Prozessgestaltung und Projektsteuerung über den Manager als zentrale Instanz verlaufen, gibt es eine Reihe unterstützender Applikationen, die verschiedene Funktionen erfüllen. So ist die LoP-App dafür ausgelegt, im Anlaufmanagement Probleme und offene Punkte zu dokumentieren, notwendige Maßnahmen an die verantwortlichen Stellen weiterzugeben und die strukturierte Abarbeitung zu steuern. Damit Probleme möglichst schnell verstanden und behoben werden können, ist zum Beispiel das Anhängen von Fotos, Video- und Audiodateien möglich. Ein gestaltbarer Workflow begleitet die Abarbeitung revisionssicher bis zur Endkontrolle. Hier ist es sogar möglich, Echtzeit- oder rückblickende Reportings zu fahren, um die allgemeine Performance und den Fortschritt im Mängelmanagement überwachen und analysieren zu können.

Dank der Integration von Anlagenplänen können Fortschritte über die Einbindung von Smart Objects schnell identifiziert werden. Die Bedienung und Aktualisierung in Echtzeit ermöglicht es allen zugelassenen Beteiligten, jederzeit den Überblick zur Funktionstüchtigkeit der Technik zu behalten. Das Anlaufmanagement kann so auf der Darstellungsebene übersichtlicher gestaltet werden und der Restart schneller erfolgen.

COMAN lässt sich individuell an die Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen. Schreiben Sie uns über unser Kontaktformular, nutzen Sie die Mailadresse info@coman-software.com oder rufen Sie uns an. Wir finden die Lösung für Sie!

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